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Eine Woche Surfcamp für lau

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Eva Goettert. Als meine Schwester mich im Frühsommer mitten in der Nacht auf dem Handy anrief, ging ich erst mal vom Schlimmsten aus. Da konnte ja nur etwas Schreckliches mit der Familie passiert sein, denn warum sonst sollte sie mich mitten in der Nacht anrufen? Ich ging ans Handy und wartete auf die Horrornachricht: Krankheit, Autounfall, Todesfall? Meine Schwester meldete sich dann in aufgeregter Tonlage und fragte:

Eva, hast du wirklich gewonnen?

Ich etwas übermüdet: Hab ich was gewonnen?

Sie: Na, hast du wirklich gewonnen?

Ich:  Was gewonnen?

Sie: Das Surfcamp!

Ich: Welches Surfcamp?

Sie: Na bei Facebook das Surfcamp?

Ich wusste immer noch nicht wirklich, wovon sie eigentlich redete, aber langsam dämmerte mir etwas. Ich und ein Surfcamp gewonnen?

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Überhaupt hatte ich bisher noch nie etwas Größeres gewonnen, also warum diesmal? Da musste sich doch jemand einen Scherz erlaubt haben. Ich stand noch etwas unter Schockstarre und versuchte in dieser Verfassung gleichzeitig während des Telefonierens mit meiner Schwester, Facebook aufzurufen und meinen angeblichen Gewinn selbst nachzulesen. Ich war so perplex und aufgeregt, dass das gnadenlos fehlschlug. Ich sagte also Schwesterherz, dass sie mich bitte gleich nochmal zurückrufen soll. Ich habe dann erst mal in aller Ruhe, Schritt für Schritt, Facebook geöffnet und klickte mich auf die Seite von Atlantik Surf. Und da stand es: „Eva is the lucky winner of 2 free stays at the surfcamp!” Die anfängliche Unsicherheit, ob es sich nicht doch um ein Fake handelte, schlug dann schnell in große Freude um: Denn ich und meine Schwester hatten schon seit Jahren geplant, wieder ein Surfcamp mitzumachen, bisher hatte es jedoch immer bei mindestens einem von uns an Geld oder Zeit gemangelt. Dieser Wunsch konnte sich damit endlich erfüllen. Nachdem Atlantik Surf mich auch per E-Mail über den Gewinn informierte sowie der eigentlich schon feststehende Termin auf Ende des Sommers verschoben werden konnte, da meine Masterarbeit zwischenzeitlich auch noch geschrieben werden wollte, stand dem baldigen Surferglück nichts mehr im Wege.

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Die Flüge waren dann schnell gebucht: Mitte September flogen wir von Frankfurt Hahn spottbillig nach Santander, nicht weit vom Surfcamp in Ajo, Kantabrien. Nach der Ankunft waren wir erst mal von der für Spanien eher untypischen saftig grünen Landschaft erstaunt, und das obwohl das Wetter für einen Spätsommertag noch angenehm heiß war. Wir erkundeten zunächst die Gegend und konnten uns von den beiden wunderschönen Buchten mit türkis-grünem Meer unweit vom Camp bezaubern lassen. Die größere der beiden Buchten sollte später der Ort des Surfer-Geschehens werden. Nach und nach lernten wir auch die anderen Campteilnehmer kennen, die gut gemischt aus Spanien und Deutschland kamen und alle sehr offen waren, so dass man sich schnell heimisch fühlte. Auch die Surflehrer und Teamer, die wir am ersten Abend in einer gemütlichen Vorstellungsrunde kennenlernten, machten einen sympathischen Eindruck.

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Am nächsten Tag ging es dann endlich ans Eingemachte: Die Wetsuits wurden vergeben und der erste Surfunterricht begann. Philipp, unser Surflehrer, erklärte uns erst mal die Basics, die zwar für mich und meine Schwester nicht ganz neu waren, da wir bereits gesurft hatten, aber wir hatten doch einiges wieder aufzufrischen. Nach den ersten Surfinstruktionen ging es direkt an die praktische Umsetzung. Philipp hatte alles im Blick: Wenn etwas mal nicht so gut klappte, stand er uns motivierend zur Seite und besonders gute Surfversuche würdigte Philipp immer mit einem kleinen Applaus oder einem anerkennenden Handzeichen. Als ich das erste Mal nach langer Zeit wieder einen perfekten Take-Off hinlegte und dann die gesamte Welle entlang schöne Kurven steuerte, war das ein unbeschreiblich grandioses Gefühl. Das wirklich nachvollziehen kann wohl nur, wer selbst schon mal auf dem Brett gestanden hat. Auch im Theorieunterricht konnte uns Philipp von seiner langjährigen Surferfahrung einiges mitgeben. Die Gefahren, die von Strömungen, Wetter und Wellen ausgehen, dürfen schließlich nicht unterschätzt werden. Insgesamt konnten wir in der intensiven Surfwoche unsere Surffähigkeiten weiter ausbauen und am Ende verging die Zeit doch viel zu schnell. Im Großen und Ganzen hatten wir auch Glück mit dem Wetter. Zwar machten an einem Tag die Ausläufer eines Hurrikans die Wellen für uns so unsurfbar groß, dass wir nicht raus durften; in den Folgetagen konnte dies jedoch durch ein straffes Programm und bessere Wellen kompensiert werden. Neben dem Surfen bleiben außerdem in bester Erinnerung: Das leckere Essen, das jeden Abend frisch für uns gekocht wurde, abendliche Aktivitäten und Trinkspiele, Gitarrenmusik und Gesang im Camp, ehrgeizige Tischtennisturniere, der Camp-Hund Tonto, Ausreiten am Strand von Laredo und noch so vieles mehr. Insgesamt war die Zeit im Camp geprägt durch ein sympathisches Team, eine locker-schöne Atmosphäre und dauerhaften Surf-Muskelkater. Danke Atlantik Surf für diese schöne Zeit!

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